Dossier:

COVID 19 - Internationale Perspektive, Herausforderungen und Solidaritäten

Einleitung

COVID 19 - Internationale Perspektive, Herausforderungen und Solidaritäten

Die Covid-19 Maßnahmen in vielen Ländern auf der ganzen Welt haben massive Einschnitte gesellschaftlicher und ökonomischer Natur mit sich gebracht. In vielen Kontexten wurden bestehende Zusammenhänge nicht nur sichtbar gemacht, sondern weiter verschärft. Schien die rasante Verbreitung von Covid-19 progressiven Linken weltweit noch zu Beginn als eine Art Weckruf und somit Chance zu sein, den zerstörerischen 24/7-Kapitalismus zu entlarven, scheint sich Monate später die Vormacht des globalen Kapitalismus unter neuen Bedingungen eingespielt zu haben. Was verändert sich durch Covid-19 tatsächlich und sind emanzipatorische Alternativen nun tatsächlich wieder ausweglos? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das vorliegende Dossier „COVID 19 - Internationale Perspektive, Herausforderungen und Solidaritäten“. Die Texte, die sich mit länderspezifischen Schwerpunkten beschäftigen, sollen hierfür die Grundlage liefern. Hierdurch soll eine Diskussionsgrundlage zur Verfügung gestellt werden, um die Gefahren der Krise deutlich zu machen, aber auch auf ihr utopisches Potenzial hinzuweisen.

[mehr]

Texte

Indien - Die humanitäre Krise ist ein geplantes Desaster

Madhuresh Kumar:
Indien, ein Land mit einer Bevölkerung von 1,3 Milliarden Menschen, verfügt über eine völlig unzureichende gesundheitliche Infrastruktur – mit geschätzten 0,55 Betten pro 1000 Personen in den öffentlichen Krankenhäusern und einer ungefähren Anzahl von lediglich 50.000 Beatmungsmaschinen.

[mehr]

Schweden - Sonderweg im Einklang mit internationalen Regeln

Volodya Vagner:
Im Zuge der Corona-Pandemie ist Schweden einen Sonderweg gegangen. Die „schwedische Strategie” bestand darin, andernorts durchgesetzte, harte Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung zu vermeiden. Schwedens „lockerer“ Umgang mit der Corona-Pandemie hat weltweit viel Aufsehen erregt, ist allerdings häufig missverstanden worden.

[mehr]

Kirgistan - Vom Corona-Kollaps zum Umsturz nach den Wahlen

Bermet Borubajewa:
Kirgistan ist das erste Land in Zentralasien, das sich 2010 als Republik mit einer parlamentarischen Regierungsform konstituiert hat. Ähnlich wie in vielen anderen postsowjetischen Staaten machte auch das Gesundheitswesen einen schwierigen Veränderungsprozess durch.

[mehr]

Armenien - Von einer Hochzeit und oppositionellen Machenschaften

Zara Harutiunian:
Die Covid-19-Pandemie erreichte Armenien mit einer gewissen Verzögerung. Der erste Fall im Land wurde am 1. März erfasst, als sich im benachbarten Iran das Gesundheitssystem bereits im Krisenmodus befand und in Europa große Aufregung herrschte. Die Grenze zum Iran war zu dem Zeitpunkt auf dem Landweg bereits unpassierbar, doch Flüge fanden weiterhin statt.

[mehr]

Russland - Lockdown zwischen Europa und Asien

Ute Weinmann:
Russland liegt nach den USA, Indien und Brasilien mit rund 1,5 Millionen nachgewiesenen Fällen auf Platz vier der weltweit am stärksten von Covid-19 betroffenen Ländern.

[deutsch]      [englisch]

[mehr]

Iran - Gefängnis, Pandemie und Militarisierung der Gesundheitskrise

Mounes Golafshar:
Seit Ausbruch der Covid-19-Pandemie ist der Iran eines der am schwersten davon betroffenen Länder weltweit nach den Vereinigten Staaten, Indien oder Brasilien.

[deutsch]      [englisch]

[mehr]

Georgien - Erfolgsstory mit politischen Nebenwirkungen

Alexander Bidin:
Unter allen postsowjetischen Staaten - auch im Vergleich zu europäischen Ländern - verzeichnete Georgien die größten Erfolge im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie. Zum Stichtag 11. August 2020 vermeldete das Land lediglich 17 Todesfälle und die durchschnittliche Infektionsrate lag bei 34 Fällen auf 100 000 Einwohner*innen.

[mehr]
Videos

Corona weltweit: Zur Situation in Chile

Welche Auswirkungen hat die Corona Pandemie in dem südamerikanischen Land und könnte sie das Ende der seit Oktober 2019 andauernden Massenprotesten markieren?


[Spanisch mit deutschen Untertiteln]

Corona weltweit: Zur Situation in Bolivien

Als die Corona-Krise Bolivien erreichte, befand es sich bereits in einer schweren politischen Krise: in den Monaten zuvor kam es zu einem Putsch der MAS (Movimiento al socialismo)- Regierung. In diesem Video wird ein Bild davon gezeichnet, wie die bolivianische Gesellschaft unter diesen Umständen die Pandemie bekämpfte. 


(Spanisch mit deutschen Untertiteln)

Corona weltweit: Zur Situation in Belarus

Die feministische Forscherin und Autorin Irina Solomatina, Minsk, erläutert den Umgang mit der Corona-Pandemie in Belarus und welchen Beitrag sie zur Emanzipation weiter Teile der belarussischen Gesellschaft geleistet hat.

[Russisch mit deutschen Untertiteln]

Mexiko: Menschenrechte in Zeiten der Pandemie

Das Jahr 2020 war überschattet von der Corona-Krise. Doch welche Krisen löst diese Pandemie abseits des Gesundheitswesens und der Wirtschaft aus? Anlässlich des Internationalen Tages der Menschenrechte, dem 10. Dezember, werfen wir einen Blick auf Mexiko, wo sich unter dem Eindruck der Pandemie die Menschenrechtslage massiv verschärft hat.

[Spanisch mit deutschen Untertiteln]

Beiträge der Bundesstiftung:

Alle Beiträge der Heinrich-Böll-Stiftung über die politischen Folgen des Corona-Virus aus deutscher, europäischer und internationaler Perspektive.